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TU Berlin

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BOHLMANN-Vorlesung 2020 wurde auf das Jahr 2021 verschoben

Die BOHLMANN-Vorlesung 2020 wurde auf das Jahr 2021 verschoben. Sie wird gehalten von Professor Scott E. Denmark, University of Illinois, Urbana/USA. Der Vortragstitel wird zu einem späteren Zeitpunkt mitgeteilt.

Wir trauern um Prof. Dr. Gerhard Schulze

Lupe

In der Nacht auf den 2. Dezember 2020 verstarb in Berlin Herr Professor Dr.-Ing. Gerhard Schulze in seinem 91. Lebensjahr. Das Institut für Chemie der Technischen Universität Berlin trauert um einen Kollegen, der das Fach Analytische Chemie in Lehre und Forschung über viele Jahre hinweg erfolgreich vertreten hat.

Gerhard Schulze hat an der Universität Halle und sodann an der TU Berlin Chemie studiert. Nach dem Diplomexamen 1959 übte er bis 1975 wissenschaftliche Tätigkeiten in der Redaktion des Chemischen Zentralblattes aus. 1961 promovierte er bei Prof. Asmus mit einer Dissertation zum Thema „Farbreaktionen der Naphthylaminsulfonsäuren und ihre analytische Anwendung“. 1963 wurde er Wissenschaftlicher Assistent, 1966 Oberassistent und 1971 wurde er zum Professor für das Fachgebiet Analytische Chemie ernannt.

Seine Arbeitsgebiete deckten ein relativ breites Feld quantitativer analytischer Methoden vom Makro- bis zum Spuren- und Ultraspurenbereich in einer Fülle unterschiedlicher Matrices ab. Dabei ging es um die Fortentwicklung von Methoden und Strategien, um die Lösung aktueller analytische Problemstellungen, um Bewertung von Analysenergebnissen und um Qualitätskontrolle. Zu nennen wären elektroanalytische Spurenbestimmungen und die Entwicklung ionensensitiver Elektroden, atomspektrometrische Spurenanalytik, die Bestimmung von Wasserinhaltsstoffen, die Ausarbeitung von Fließanalysenverfahren, die immer noch hochaktuelle Elementspeziesanalytik und die Ionenchromatographie. Seit langem galt sein besonderes Interesse archäometrischen Untersuchungen historische Gläser, z. B. dem Goldrubinglas des Alchimisten Johannes Kunckel. Dabei standen Fragen der Herkunft, Herstellungstechnologie oder Echtheit der Objekte im Vordergrund. Überhaupt galt sein Interesse der Beschäftigung mit historischen Fragestellungen, besonders mit der Geschichte der Chemie.

Der Arbeitskreis von Prof. Schulze war stets relativ groß, er hat zahlreiche Diplom- und Doktorarbeiten betreut. Eine Reihe von Dissertationen lief in Kooperation mit anderen Berliner Institutionen (z. B. BAM, Bundesgesundheitsamt), ein Indiz für die Interdisziplinarität der Analytik. Er hat überhaupt nach außen ein beachtliches Maß an Engagement entfaltet und war Mitglied in zahlreichen wissenschaftlichen Gesellschaften und Arbeitskreisen. Herausgehoben seien auch seine Aktivitäten nach innen im Rahmen der akademischen Selbstverwaltung und der Studienorganisation. Als Vorsitzender der gemeinsamen Kommission der Fachbereiche Chemie und nachfolgend des Diplomprüfungsausschusses Chemie hat er der Studienreform des Faches Chemie wichtige Impulse gegeben.

Wir verlieren mit Herrn Professor Dr. Gerhard Schulze einen liebenswürdigen, kontaktfreudigen und vielseitigen Kollegen. Das Institut für Chemie wird ihm ein ehrendes Gedenken bewahren, seinen Angehörigen gilt unser Mitgefühl.

Neue Juniorprofessorin am Institut für Chemie

Lupe

Seit April 2020 ist Franziska Heß Juniorprofessorin für Chemische Katalyse an der TU Berlin. Ihr Arbeitsgebiet liegt in der Modellierung von heterogenen Katalysatoren und der Katalysatorstabilität. Ihre Dissertation zum Thema „DFT-based Kinetic Monte Carlo Simulations of oxidation reactions over the RuO2(110) model catalyst surface” schloss sie 2015 unter der Betreuung von Herbert Over am Institut für Phyiskalische Chemie an der Justus-Liebig-Universität Gießen ab. Im Anschluss daran erforschte sie in der Gruppe von Bilge Yildiz am Massachusetts Institute of Technology die Triebkräfte der Zersetzung von Kathodenmaterialien in der Festoxidbrennstoffzelle. Sie erhielt 2019 eine Förderung durch das Liebigstipendium des Fonds der Chemischen Industrie, womit sie an der RWTH Aachen ihre Forschung im Bereich der Modellierung von Katalysatorstabilität vertiefte. Ziel ihrer Forschung ist, theoretische Modelle für die Langzeitstabilität von Katalysatorsystemen und passende Deskriptoren zu entwickeln, die in der Lage sind, Katalysatoren vorherzusagen, die sowohl aktiv, als auch stabil sind. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Optimierung existierender Simulationsmethoden für die chemische Kinetik durch die Berücksichtigung des Einflusses lateraler Wechselwirkungen zwischen adsorbierten Molekülen.

Wir trauern um em. Professor Dr. Horst Kleinkauf

Lupe

(* 13. November 1930 in Goslar,† 3. Mai 2020 in Berlin)

Am 3. Mai 2020 verstarb in Berlin Herr Professor em. Horst Kleinkauf in seinem 89. Lebensjahr. Das Institut für Chemie der Technischen Universität Berlin trauert um einen bemerkenswerten Biochemiker und Organisator.

Horst Kleinkauf studierte und promovierte 1957 an der Technischen Hochschule Braunschweig. Als Postdoktorand arbeitete er an den Max-Planck-Instituten Tübingen und Göttingen mit Heinrich Matthaei an der Entzifferung des genetischen Codes und habilitierte sich 1966 an der TU Braunschweig. Von 1967 bis 1971 untersuchte er in der Arbeitsgruppe des Nobelpreisträgers Fritz Lipmann an der Rockefeller University New York die nichtribosomale Biosynthese von Peptidantibiotika. 1971 wurde Horst Kleinkauf zum ordentlichen Professor an der TU Berlin ernannt und gründete das Institut für Biochemie und Molekulare Biologie. Hier konnte er in den folgenden Jahren ein Zentrum zur Erforschung der Biosynthese biologisch aktiver Peptide aufbauen. Die Forschungsschwerpunkte waren die Aufklärung von Biosynthesewegen linearer und zyklischer Peptide, die Charakterisierung der die Synthesen katalysierenden Multienzymsysteme und die Anwendungen dieser Systeme in der Produktion analoger Naturstoffe. Bearbeitet wurden die enzymatischen Synthesen der klassischen Peptidantibiotika Gramicidin S und Tyrocidin, der Ionophore Enniatin, Beauvericin und Alamethicin, des Immunsuppressors Cyclosporin, des Cytostatikums Actinomycin, von Ergotalkaloiden und der Penicillinvorstufe Aminoadipyl-Cysteinyl-D-Valin. Diese Forschungsaktivitäten waren geprägt durch zahlreiche Kooperationen mit Kollegen an Universitäten, Max-Planck-Instituten und der Industrie. Von 1979 bis 1992 leitete Horst Kleinkauf den von ihm gegründeten Sonderforschungsbereich der Deutschen Forschungsgemeinschaft „Struktur, Funktion und Biosynthese von Peptiden und Proteinen“.

In den 70er Jahren war er Fachbereichssprecher der Fakultät für Physikalische und Angewandte Chemie und Mitglied des Konzils der Technischen Universität Berlin. Bereits in dieser Zeit bemühte er sich um den Aufbau von Beziehungen zu Kollegen in der damaligen DDR und Osteuropa. Seit 1985 war er Mitglied der Leopoldina und Träger mehrerer Auszeichnungen wie der Heyrovský-Medaille in Gold und des Preises des Kitasato-Instituts, Tokyo.

Er engagierte sich bei der Organisation internationaler wissenschaftlicher Veranstaltungen, und war Chairman der 17. FEBS (Federation of European Biochemical Societies) Konferenz in Berlin (1986) und dann Counsellor der folgenden Konferenzen von 1988 bis 1996. Von 1991 bis 1998 war er Generalsekretär der International Union of Biochemistry and Molecular Biology IUBMB). Von 1996 bis 1999 war Horst Kleinkauf Vertreter Deutschlands bei dem „General Committee of the International Council of Scientific Unions“ (ICSU) und von 1999 bis 2002 Vizepräsident für externe Beziehungen des ICSU –Vorstands.

Horst Kleinkauf war in seiner Zeit an der TU Berlin 1971 bis 2005 ein unermüdlicher und erfolgreicher Organisator beim Aufbau eines neuen Forschungsgebiets, sowie eines Instituts an dem zahlreiche Kollegen ausgebildet wurden und promovierten mit einer besonderen Verknüpfung akademischer und industrieller Forschungsaktivitäten.

Wir trauern um Professor Dr. Gerhard H. Findenegg

Prof. Gerhard H. Findenegg
Lupe

Das Institut für Chemie der Technischen Universität Berlin trauert um den Physikochemiker Professor Dr. Gerhard H. Findenegg.

Herr Professor Findenegg studierte Chemie an der TU Wien und promovierte im Jahr 1965 am Institut für Physikalische Chemie der Universität Wien bei Professor Dr. F. Kohler. Von 1966 bis 1968 war er als Postdoktorand an der University of Bristol bei Professor D. H. Everett. In dieser Zeit beschäftigte sich Professor Findenegg mit Adsorption und Ordnungsphänomenen von Kettenmolekülen an Festkörperoberflächen. Anschließend habilitierte er sich 1973 am Institut für Physikalische Chemie der Universität Wien. Das Thema seiner Habilitationsschrift lautete: „Grenzschichten von Flüssigkeiten an der Graphitoberfläche“.

Von 1973 bis 1990 war er Professor für Physikalische Chemie an der Ruhr-Universität Bochum. Von 1991 bis 2005 lehrte und forschte er als Professor für Physikalische Chemie an der Technischen Universität Berlin. Im Jahr 1998 wurde ihm der renommierte Wolfgang-Ostwald-Preis der Kolloidgesellschaft für seine herausragende wissenschaftlichen Leistung auf dem Gebiet der Physikalischen Chemie der Kolloid- und Grenzflächenphänomene verliehen. Und im Jahr 2005 wurde er zum Honorarprofessor an der North Carolina State University ernannt.

Während seiner Zeit als Professor an der Technischen Universität Berlin hat er zwei Verbundprojekte mit initiiert und diese maßgeblich inhaltlich gestaltet. Den Sonderforschungsbereich 448 „Mesoskopisch strukturierte Verbundsysteme“ leitete er als Sprecher von dessen Einrichtung 1998 über zwei Förderperioden bis zum Jahr 2004. Ab 2009 arbeite er als Projektleiter an zentraler Stelle im deutsch-amerikanischen Internationalen Graduiertenkolleg 1524 „Self-assembled soft matter nanostructures at interfaces“ mit. Als Mitglied der Strukturkommission dieses Projekts gestaltete er die wissenschaftliche Ausrichtung dieses Verbundprojektes über viele Jahre aktiv mit. Er blieb diesem Projekt bis zum Ende der Förderperiode 2018 als assoziiertes Mitglied beratend erhalten.

Professor Dr. Gerhard H. Findenegg war nicht nur ein herausragender Wissenschaftler, sondern auch ein begeisternder akademischer Lehrer mit einem großen pädagogischen Gespür. Er hat Generationen von Studierenden für sein Fach, die Physikalische Chemie, begeistern können und nicht wenige haben aus Gründen dieser Faszination später selbst eine akademische Laufbahn eingeschlagen.

Wir verlieren mit Professor Dr. Gerhard H. Findenegg einen außerordentlichen Wissenschaftler, hochgeschätzten Kollegen und warmherzigen und humorvollen Menschen. Er hinterlässt eine große Lücke. Das Institut für Chemie wird ihm ein ehrendes Gedenken bewahren. Unser tiefes Mitgefühl gilt seinen Angehörigen.

Preis für vorbildliche Lehre 2019

Prof. Dr. Rüdiger Zarnekow, Prof. Dr.-Ing. Hans-Ulrich Heiß, Dr. Züleyha Yenice Campbell, Dr. Franz-Josef Schmitt und Prof. Dr. Thomas Friedrich
Lupe

Das Online-Projektlabor „Chemie im Alltag“ (OPL Chemie) und das Modul „Einführung in die Wirtschaftsinformatik“ sind zwei Lehrveranstaltungen an der TU Berlin, die mit dem" Preis für vorbildliche Lehre 2019" der Gesellschaft von Freunden der TU Berlin e.V. ausgezeichnet wurden.

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Yuwen Wang im Finale des Reaxys PhD Preises

Lupe

Yuwen Wang, Doktorandin in der Gruppe von Prof. Matthias Drieß, ist eine von 45 Finalisten um den Reaxys PhD Preis 2019. Die Jury würdigte ihre Publikation “An Isolable Bis(silylene)-Stabilized Germylone and Its Reactivity” im Journal of the American Chemical Society.

Insgesamt wurden in diesem Jahr 360 Beiträge von extrem hoher Qualität von Chemikerinnen und Chemikern aus aller Welt in den Wettbewerb um den Reaxys PhD Preis eingereicht.

Das Symposium zum Reaxys PhD Preis findet am 3. und 4. Oktober 2019 in Amsterdam statt. Dort treffen sich alle Finalisten, präsentieren ihre Forschung auf einem Poster und sprechen mit den Mitgliedern des Beirats von Reaxys. Abschließend werden drei Gewinner*innen vom Beirat ausgewählt.

In der eingereichten Arbeit haben Yuwen Wang et al. den ersten Germaniumkomplex mit einem nullwertigem Germaniumatom (ein sogenanntes "Germylon") synthetisiert, der durch zwei Silylen-Donatoren stabilisiert wird. Die Autoren zeigten durch die Analyse der Bindungsorbitale des Germylons, dass in dem Komplex eindeutig ein nullwertiges Ge0-Atom mit zwei einsamen Elektronenpaaren vorliegt, was zu einer ungewöhnlichen Reaktivität durch die hohe Elektronendichte führt. Im Gegensatz zu Übergangsmetallen sind nullwertigen Hauptgruppenelementen in Verbindungen sehr selten und zeigen eine hohe Reaktivität bei der Aktivierung kleiner Moleküle. Besonders erwähnenswert ist, dass das Germylon B–H-Bindungen in Hydroboranen aktivieren kann und  eine heterolytische Wasserstoffaktivierung in Gegenwart von Triphenylboran ermöglicht.

Über den Reaxys PhD Preis

Der Reaxys PhD Preis, der von Elsevier verliehen wird, würdigt junge Chemiker*innen für innovative und anspruchsvolle Forschung. Der weltweite Wettbewerb steht allen offen, die eine Doktorarbeit in einer chemischen Disziplin durchführen oder kürzlich abgeschlossen haben.

"Zukunftsfabrik in Berlin" - Artikel im "chemie report"

Der Transfer von Wissen und Technologien zwischen Wissenschaft und Wirtschaft hat sich in verschiedenen Industrien als effektiver Weg zur Förderung des Nachwuchses sowie innovativer Produkt- und Geschäftsideen etabliert. Der Wissenschaftsstandort Berlin punktet dabei im Bereich der Chemie mit einem Alleinstellungsmerkmal bei der Förderung neuer Karrierewege: ein eigenes Vorgründungszentrum für "Grüne Chemie" entsteht.

Hierzu hat das CIF den Artikel "Zukunftsfabrik in Berlin" in der aktuellen Ausgabe des "chemie report" veröffentlicht.

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