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TU Berlin

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Nachruf für Prof. Dr. Gernot Renger

Prof. G. Renger
Prof. Dr. Gernot Renger
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Am Samstag, den 12. Januar 2013 ist unser langjähriger Kollege, Herr Prof. Dr. Gernot Renger, im Alter von 75 Jahren plötzlich und unerwartet verstorben. Wir trauern um einen leidenschaftlichen Naturwissenschaftler, geschätzten Hochschullehrer, weit über die Grenzen seiner Heimatuniversität bekannten Forscher, Doktorvater, Mentor, Wegbegleiter und Freund.

Professor Gernot Renger war über 50 Jahre Mitglied der Technischen Universität Berlin. Nach seinem Chemiestudium 1966 und seiner Promotion im Jahre 1970 habilitierte er sich im Jahre 1977 an der TU Berlin auf dem Gebiet der Photosynthese. Seit 1980 war er Professor für Physikalische Chemie am Max-Volmer-Institut für Biophysikalische Chemie im dem Gebäude, das noch heute den Namen Max-Volmer-Laboratorium trägt.

Das wissenschaftliche Lebenswerk Professor Gernot Rengers ist untrennbar mit dem Forschungsgebiet der Photosynthese verknüpft, dem er mit bis heute fast 400 renommierten und oft herausragenden Publikationen seinen unverwechselbaren Stempel aufprägte. Mit seiner Forschung trug er signifikant zum Verständnis der Primärprozesse der Photosynthese bei, insbesondere der molekularen Mechanismen der Wasserspaltung durch die Photosysteme photosynthetischer Organismen. Er entwickelte ein grundlegendes Verständnis für die Bedeutung aktivierender und hemmender Moleküle und ihrer Rolle als Signal-, Schad- und Botenstoffen in komplexen biologischen Netzwerken. Dabei kombinierte er scharfsinnig und elegant tiefgehende theoretische Überlegungen mit gezielten Experimenten, um eine Einheit zwischen Beobachtung, Beschreibung und Verständnis zu erzielen.

Auf einer Konferenz in Baku, Aserbaidschan, überzeugte er im Sommer 2011 das in der Photosyntheseforschung ausgewiesene Auditorium von seiner Sicht des Elektronentransfers, den er als nachrangig zur Dynamik der positiven Ladung im Photosyntheseapparat betrachtete. Damit stellte er alte Dogmen über die Rolle der Elektronentransferkette in der Photosynthese in Frage. Die kritische Bemerkung, dass wir dann eine neue Theorie für die Dynamik der photosynthetischen Primärprozesse benötigten, bestätigte er ohne zu zögern, und - nachdem er das Feld mit herausragender Didaktik bereitet hatte – es konnte sich dieser Schlussfolgerung niemand entziehen.

Auch über seine Pensionierung 2003 hinaus blieb er der Naturwissenschaft treu und forschte bis zum letzten Tag aktiv am Institut. Einige der von ihm begonnenen Projekte und Publikationen befinden sich noch in Arbeit, daher ermutigen wir die beteiligten Coautoren, diese in seinem Sinne fortzuführen und zu vollenden.

Wir trauern um einen leidenschaftlichen Wissenschaftler, Kollegen und Freund, der für alle sichtbar seine Mitte gefunden hatte und uns Einheit von Denken und Tun vorlebte. Wir werden seinen Scharfsinn, sein untrügliches Gedächtnis, Lob, Mahnung und Ansporn vermissen.

Wir sind dankbar für ein mehr oder minder langes Stück gemeinsamen Weges mit einem warmherzigen, mitfühlenden und humorvollen Menschen, der uns mit seinem unerschütterlich lebensbejahenden Morgengruß ungezählte Tage mit mehr Zuversicht beginnen ließ.

Wir fühlen mit den Angehörigen und engen Freunden, denn die Lücke, die wir selbst schon spüren, lässt uns nur ahnen, wie schmerzlich der Verlust für seine Nächsten sein muss.

 

   Im Namen aller Angehörigen des Instituts für Chemie  -   Regine v. Klitzing, Thomas Friedrich und Franz-Josef Schmitt

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