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TU Berlin

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Wichtige Informationen zum WiSe 2021/22

Studienanfänger*innen der Chemie, des Chemieingenieurwesens und der Lebensmittelchemie finden wichtige Informationen HIER [1].

Falls sich Ihre Immatrikulation zum B. Sc. Chemie, Chemieingenieurwesen oder Lebensmittelchemie noch „in Bearbeitungbefindet, melden Sie sich bitte DRINGEND bei der Studienfachberatung der Chemie [2] zwecks Anmeldung zum Praktikum und Organisation Ihres Studiums!

Studierende höherer Fachsemester der Chemie und Biologischen Chemie finden wichtige Informationen HIER [3].

Chemie an der TUB – Herzlich willkommen

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Chemie ist eine der grundlegenden Naturwissenschaften. Chemikerinnen und Chemiker beschäftigen sich mit dem Verständnis und den Veränderungen der materiellen Welt. Dazu untersuchen sie die Struktur, die Eigenschaften und die Umwandlung von Stoffen.

Das Institut für Chemie der TU Berlin leistet wesentliche Beiträge zur Katalyse sowie zur Biologischen und Biophysikalischen Chemie, zur modernen Molekül- und Synthesechemie, zur Festkörperchemie und -analytik, zur Elektrochemie und Energiespeicherung sowie zu den Materialwissenschaften. Weitere Schwerpunkte sind sowohl die Theoretische Chemie als auch die Technische Chemie.

Die Katalyseforschung am Institut erstreckt sich von der homogenen über die heterogene bis zur Biokatalyse und ist in mehrere Forschungsverbünden an zentraler Stelle vertreten. Von besonderer Bedeutung ist dabei der Exzellenz-Cluster „Unifying Systems in Catalysis“ (UniSysCat [5]), bei dem die TU Berlin die Sprecherhochschule ist. Für die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den verschiedensten Bereichen der Chemie ist das Verständnis und die Kontrolle von Netzwerken und Kaskaden (bio-)chemisch katalysierter Reaktionen von zentralem Interesse.

Bereits im Rahmen des vorangegangenen Exzellenz-Clusters „Unifying Concepts in Catalysis” (UniCat [6]) wurde mit der BASF SE das gemeinsame Forschungslabor BasCat [7] gegründet, das sich der Erforschung heterogener Katalysereaktionen widmet.

Im Graduiertenprogramm des „Einstein Center of Catalysis" (EC2/BIG-NSE [8]) am Institut für Chemie werden Doktorandinnen und Doktoranden bei ihren interdisziplinären Projekten aus dem Bereich der Katalyse begleitet.

Peptidische Wirkstoffe stehen hingegen im Graduiertenkolleg „Bioactive Peptides - Innovative Aspects of Synthesis and Biosynthesis“ (SynPepBio [9]) im Fokus. Ihre Isolierung bzw. Herstellung, ihre Strukturen und ihre Wirkmechanismen werden von einem Team aus 11 Arbeitsgruppen unterschiedlicher Fachrichtungen gemeinsam untersucht. Die TU Berlin ist hierbei die Sprecherhochschule.

Darüber hinaus ist die Entwicklung nachhaltiger und ressourcenschonende Verfahren einerseits die grundlegende Motivation für einen Großteil der Katalyseforschung am Institut und andererseits das Ziel der Untersuchungen zur Umwandlung von chemischer in elektrischer Energie z.B. im Rahmen der Brennstoffzellen- und Batterieforschung, die von mehreren Arbeitsgruppen des Instituts betrieben wird.

Mit der “Chemical Invention Factory - John Warner Center for start-ups in Green Chemistry” (CIF [10]) wird das Thema Nachhaltigkeit mit dem sogenannten dritten Karriereweg verknüpft, d. h. hier werden Gründerinnen und Gründer mit Bezug zur Grünen Chemie z. B. mit Laborfläche und durch Mentorenschaft unterstützt.

Das Institut für Chemie der TU Berlin hat auch als erste europäische Institution das Green Chemistry Commitment [11] der internationalen Organisation Beyond Benign unterzeichnet. Die von der studentischen Initiative [12] des Instituts für Chemie gegründete AG Green Chemistry setzt sich u. a. dafür ein, das Thema Nachhaltigkeit in der Studierendenschaft in den Fokus zu rücken und entwickelt gemeinsam mit den Lehrenden Konzepte für Lehrveranstaltungen in diesem Bereich.

Weitere Details zu den Forschungsschwerpunkten des Instituts für Chemie sind auf den Seiten der Fachgebiete zu finden, die unter dem Menüpunkt Über uns/Arbeitsgruppen [13] zu erreichen sind.

Wir trauern um Prof. Dr. Ralf Steudel (1937 – 2021)

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Die Technische Universität Berlin trauert um Professor Dr. Ralf Steudel, der an ihrem Institut für Chemie über Jahrzehnte wirkte und für seine Beiträge zur Chemie der Nichtmetalle, insbesondere des Schwefels, internationale Anerkennung erfahren hat.

Ralf Steudel wurde 1937 in Dresden geboren, und zwar – wie er selbst dann und wann zu bemerken pflegte – in eine traditionsreiche Unternehmerfamilie, die in Sachsen zu den Pionieren des Automobilbaus zählte. 1954 verließ er die DDR und ging nach West-Berlin, wo er 1957 an der Freien Universität sein Chemie-Studium begann und 1963 mit dem Diplom abschloss. Schon 1965 folgte an der Technischen Universität Berlin im Arbeitskreis von Peter Wolfgang Schenk die Promotion mit einer Schrift zum Thema „Untersuchungen über niedere Schwefeloxide“.

Auch für seine Habilitation arbeitete Steudel im Umkreis dieses Mentors; sie erfolgte, überschattet vom frühen Tod Schenks 1967, im Jahre 1969 an der Technischen Universität Berlin („Präparative und spektroskopische Untersuchungen an einigen Subverbindungen der Nichtmetalle“).

1969 ernannt, wirkte Ralf Steudel als Hochschullehrer und Professor für Anorganische Chemie an der Technischen Universität Berlin, wo er im Jahre 2003 in den Ruhestand trat. Eine Gastprofessur führte ihn 1973/74 ans Spectroscopy Laboratory des MIT in Cambridge/USA zu Richard C. Lord, einem der Pioniere der Infrarot-Spektroskopie. Hier machte er sich unter anderem mit der diagnostischen Nutzung der anomalen Fern-Infrarotspektren ringförmiger Moleküle vertraut. Von 1974 bis 1978 war Steudel Stipendiat der Karl Winnacker-Stiftung. In den 80-er Jahren ergangene Rufe auf Lehrstühle in Westdeutschland (Stuttgart 1980, Köln 1987) lehnte er ab.

Dies erregte Aufsehen, doch vielleicht folgte Ralf Steudel nicht dem Diktum Dostojewskis, wonach der Mensch es liebe, nur sein Unglück zu bilanzieren, sein Glück aber zu übersehen: Человек только своё горе любит считать, а счастья своего не считает (aus den Записки из подполья, dt. Aufzeichnungen aus dem Untergrund); vielleicht wusste er, neben anderem, auch die damals großzügige Hochschulausstattung West-Berlins als großes Glück zu schätzen.

Das von ihm zusammen mit seinem bisweilen nach 15 Köpfen zählenden Arbeitskreis betriebene Forschungsprogramm war umfangreich: Es umfasste neben experimentell-synthetischen Arbeiten zur anorganischen und organischen Schwefelchemie auch experimentelle und spektroskopische Untersuchungen zur Selen-Chemie sowie theoretisch-chemische Fragestellungen; zu den letztgenannten trug insbesondere auch seine Ehefrau Yana in entscheidendem Maße bei. Die jüngsten Publikationen Steudels datieren noch vom vergangenen Jahr.

Das Feld der etwa 300 Originalarbeiten, Buchkapitel und Zuschriften Ralf Steudels führen, nach ihrer Zitationshäufigkeit, Aufsätze über „Eigenschaften von Schwefel-Schwefel-Bindungen“ und „Homocyclische Schwefelmoleküle“ an. Ihm gelang mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die erstmalige Darstellung der Oxide ringförmiger Schwefelmoleküle, wie z. B. S6O, S8O oder S12O2. Eine genaue Analyse der Schwefelschmelze ergab zuvor nicht registrierte Ringgrößen bis S23. Arbeiten zu biologisch-bioanorganischen Aspekten der Schwefelchemie, insbesondere zu organischen Polysulfanen und zum Metabolismus von Schwefelbakterien, fanden gleichfalls weithin Beachtung.

Auch als Lehrbuchautor (sowie als Lehrbuchübersetzer und -bearbeiter) ist Ralf Steudel hervorgetreten. Die Chemie der Nichtmetalle, von ihm 1974 aus der Taufe gehoben, betreute und aktualisierte er durch vier Auflagen hindurch, mit Ingo Krossing, Yana Steudel und David Scheschkewitz als späteren Co-Autoren; die auf den neuesten Stand gebrachte englische Übersetzung erschien im vergangenen Jahr.

Das Institut für Chemie der Technischen Universität Berlin wird Professor Steudel als akademischem Lehrer und bedeutendem Wissenschaftler ein ehrendes Andenken bewahren. Unser Mitgefühl gilt seinen Angehörigen.

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