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Kernbrennstoffe sind geogile Rohstoffe

Artikel: Kernbrennstoffe sind geogile Rohstoffe

Der Artikel ist ein Beitrag zur Anwendung der Begriffe "geogil" und "biogil" in der fachlichen und politischen Erörterung von Nachhaltigkeit von bestimmten Stoffen (Rohstoffe).

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Verbrauchsgüter aus geogilen Rohstoffen sind nicht nachhaltig

Lupe

03.01.2022, von Michael Hüllenkrämer

Die Herstellung von Strom mittels Kernbrennstoffen, aus einem geogilen Rohstoff (Uran, Plutoninium), als nachhaltig einzustufen, widerspricht dem Grundsatz für den Umgang mit solchen Stoffen.

Endliche Ressourcen, seien es Stoffe in Lagerstätten, Erze, Erden oder sonstige fossile Stoffe, für Verbrauchsgüter, wie Strom, zu ver(sch)wenden, ist NICHT nachhaltig. Einen geogilen Rohstoff, der in das Verbrauchmittel Strom überführt wird, der zwar keine rohstoffbedingten Treibhausgase verursachst - aber dafür verschiedene prospektions-, förder-, transport-, aufbereitungs- und anlagenbezogenen Treibhausgase verursacht, sowie zig-generationenbedingte Aufwendungen für die Lagerung des Abfalls (ausgebrannte Kernbrennstoffen und ausgedienter Kernkraftwerke) mit sich bringt, kann schlechterdings nachhaltig sein.

Ein Kernbrennstoff ist ein geogiler Brennstoff (wie andere geogile und zugleich fossile Brennstoffe: Torf, Braunkohle, Steinkohle, Erdgas und Erdöl). Ein solcher Brennstoff kann beispielsweise für die Gewinnung von Strom und Wärme genutzt werden. Bei der Verwendung solcher geogiler Brennstoffe handelt es sich, aus dem Blick der Nachhaltigkeit, um eine Übergangstechnologie. Der Einsatz geogiler Stoffe als Brennstoffe folgt grundsätzlich dem Prinzip „Verbrauch statt Gebrauch“. Damit ist die Problematik der globalen Endlichkeit und terrestrischen Erschöpfung des Rohstoffs verbunden. Dennoch werden geogile Stoffe als Brennstoffe in der Energiewirtschaft eingesetzt. Bei dieser Technik handelt es sich, insbesondere in der nachhaltigen Entwicklung, um eine Übergangstechnologie für das zu erreichende post-fossile Verbrennungs-Zeitalter.

Für den Einsatz von geogilen Brennstoffen, wie den Kernbrennstoffen, ist eine bestens kommunizierte Abwägung notwendig, ob die "Investitionen in Kernenergie" oder die Investitionen nachhaltige „biogile“ Energie, eine globalen nachhaltigen Entwicklung fördern.

Die nachhaltige Entwicklung von einem geogilem Rohstoffeinsatz in verbrennungsfreien und verbrauchsarmen Anlagen zur Energieerzeugung wäre dagegen nachhaltig. Investoren sollten sich über geogile Rohstoffe, sowie deren Nutzung, unter Vorgaben der Nachhaltigkeit, nicht davon täuschen lassen, das endliche Ressourcen eine besondere Wirtschaftsweise bedürfen, die nicht ausschließlich auf ein Ziel der Nachhaltig instrumentalisiert werden sollten. Die globale Vorkommen von geogilen Rohstoffen bedürfen bei deren Verfügbarkeit und Einsatz besonderer Betrachtungen über alle Vorgaben der Nachhaltigkeit. Der Verbrauch von geogilen Rohstoffen gehört nicht zur Nachhaltigkeit. In der Abwägung der Erreichung von Nachhaltigkeit kann einer Übergangstechnologie dennoch eine Bedeutung zukommen, falls Politik in einer transparente Risikobewertung zu Entscheidung für ein geringeres Übel kommt. Dies könnte der Fall sein, wenn zum Nachhaltigkeitsziel „Klimaschutz“ die Dinglichkeit der Kohlenstoffminderung aus der Verbrennung von geogilen Brennstoffe für eine Übergangszeit durch die Verbrennung von Kernbrennstoffen erfolgt, die in der globalen Gesamtbilanz  zum Klimaschutz, wie zu den anderen Zielen der Nachhaltigen Entwicklung, als „günstiger“, beziehungsweise „weniger schädlich“ eingestuft würde.

An der politischen Aufgabe der Risikobewertung und Wirkungsanalyse setzt auch die Taxonomieverordnung  der Europäischen Kommission an. Die Taxonomieverordnung für den Europäischen Wirtschaftsraum, von der Europäischen Kommission, dient „zur Ergänzung der Verordnung (EU) 2020/852 des Europäischen Parlaments und des Rates durch Festlegung der technischen Bewertungskriterien, anhand deren bestimmt wird, unter welchen Bedingungen davon auszugehen ist, dass eine Wirtschaftstätigkeit einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz oder zur Anpassung an den Klimawandel leistet, und anhand deren bestimmt wird, ob diese Wirtschaftstätigkeit erhebliche Beeinträchtigungen eines der übrigen Umweltziele vermeidet“ (siehe https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/HTML/?uri=PI_COM:C(2021)2800&from=EN), Es gilt nach diesem Ansatz, dazu beitzutragen, dass der Übergang des Energiesektors zu „CO2-armer“ oder aus „erneuerbaren Quellen“ gewonnenen Elektrizität oder Wärme erleichtert wird. So lange „CO2-armer“ und „erneuerbaren Quellen“ mit einem „oder“ zueinander stehen oder gleichrangig gestellt sind, und während „erneuerbare Quellen“ weder als Methode zu „CO2-armer“ einen branchenübergreifenden Vorrang erlangt, kann der damit gewünschte Klimaschutz nicht integral, nicht integrativ und nicht nachhaltig genannt werden. Dies liegt in der inneren Logik ger Gilität bei Kernbrennstoffen als „geogile“ Stoffe. Weiterhin liegt das Problem an der Fokussierung auf ein einzelnes Ziel der Nachhaltigkeit, ohne integrierte Abwägung der einzusetzenden Güter, für die grundsätzlich notwendige Beendigung des Verbrauchs nicht-erneuerbaren Rohstoffe für Prozesse der Verbrennung.

Sofern nicht erneuerbaren Quellen deutlich zu CO2-armer Wärme und Energie (Strom) betragen, sogar die Kraftwerke und deren Technik ganz überwiegend geogilen Ursprungs sind (und sein dürfen), kann dies nur grundsätzlich NICHT nachhaltig sein. So ist Wäre und Strom aus geogilen Kernbrennstoffen durchaus deutlich CO2-armer als aus geogilem Eröl oder Erdgas, das verbrannt wird. Die Prozesse der Umwandlung beziehungsweise der Verbrennung im Ganzen betrachtet, also als Lebenszyklus und Gesamtmodell der „Versorgung, Verbrennung und Verbringung“, in den beteiligten Branchen durchblickt, sind aber NICHT nachhaltig. Was vordergründig und temporär für den Klimaschutz gut sein kann, ist noch lange NICHT nachhaltig.

Material ...

Informationen, Hinweise und Zugang zu Materialien und Quellen ...

Echt plastikfrei - Nachhaltige Kunststoffe

12. November 2019

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WWF Deutschland (2022): Atom und Gas sind #NichtGrün!

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WWF Deutschland (11.01.2022): Atom und Gas sind #NichtGrün! URL: https://www.wwf.de/taxonomie-nicht-gruenwaschen . Aufgerufen am 11.01.2022.

Quervernetzt ...

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